"Für Osteopathen sind alle Körpersysteme des Menschen miteinander verbunden. Diese Systeme agieren in einer kontinuierlichen Wechselbeziehung, um die Gesundheit des Menschen und sein Leben selbst zu gewährleisten. Die Osteopathie versteht sich als Kunst, die den Organismus zu einer Selbstkorrektur führt."

(J. P. Barral)

Das Verständnis der Wechselbeziehungen im Gesamtorganismus ist die Grundlage  der osteopathischen Behandlung. Aus didaktischen Gründen kann die Osteopathie jedoch auch in einzelne Bereiche unterteilt werden, denen jeweils bestimmte Teile des Organismus zugeordnet werden. Die daraus entstehende Vielfalt der osteopathischen Techniken ist an die Vielfalt der möglichen Ursachen für Bewegungsverluste von einem Knochenbruch bis hin zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten oder psychischen Stressfaktoren angepasst.

Allerdings wird der Osteopath bei der Diagnose zu Beginn der Behandlung immer alle Bereiche und damit den gesamten Organismus berücksichtigen. So werden zum Beispiel bei der Behandlung hormoneller oder nervaler Störungen oder der hämodynamischen, neurovegetativen und neurohormonellen Systeme immer alle Teilbereiche miteinbezogen.

Die craniosacrale Osteopathie

 

Sie umfasst den Schädel und die Wirbelsäule des Menschen mit der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, die Hirn- und Rückenmarkshäute und das Nervensystem. Mit Hilfe der craniosacralen Osteopathie können die feinen Bewegungen des craniosacralen Rhythmus harmonisiert werden, der wie der Herzschlag und die Atmung ein eigenständiger Körperrhythmus ist.

Die viszerale Osteopathie

 

Sie umfasst die inneren Organe des Menschen, z.B. Magen, Darm, Leber, Milz, Nieren, Blase, Lunge, Herz etc., mit den dazugehörigen Blutgefäßen, Lymphgefäßen sowie den Nerven und Bindegeweben. In der Osteopathie werden die Beweglichkeit der Organe, die rhythmische Eigenbewegung der Organe und ihre ligamentären und faszialen Verbindungen behandelt. Die nervale Versorgung, die Durchblutung und die Funktion jedes Organs können bei Störungen so weit normalisiert werden, dass eine Gesundung eingeleitet wird. So können zum Beispiel Verdauungsstörungen aufgelöst, Entgiftungsprozesse eingeleitet und Stoffwechselstörungen harmonisiert werden.

Die parietale Osteopathie

 

Sie umfasst den Bewegungsapparat des Menschen, also die Knochen,Gelenke, Muskeln, Bänder und Faszien. Gezielte Impulse des Osteopathen können Bewegungs-einschränkungen und abnorme Positionen von Muskeln, Gelenken, Bändern und Faszien korrigieren. So wird im Körper ein neues statisches und dynamisches Gleichgewicht etabliert.